Reha – Wasserstandsbericht

Wasserstandsbericht? Was soll das denn?

Hin und wieder erhalte ich E-Mails von alten Freunden, Bekannten und Leuten die meinen Blog lesen.
Im Januar 2021 war es Carsten, ein langjähriger Fotofreund. Und diese E-Mail von Carsten hat mich veranlasst diesen Wasserstandsbericht (äh, Zwischenbericht) zu schreiben.
Es sind ja ein paar Jahre seit der letzten Veröffentlichung zum Thema vergangen.
Carsten erkundigte sich nach dem Stand der Dinge
Was hast Du eigentlich da vor zwei-drei Jahren getrieben? Auf deiner Webseite fand ich etwas zu Reha und Behinderung. Bist Du inzwischen wieder hergestellt?
und ich schrieb daraufhin:

Wiederhergestellt bin ich nicht so ganz. Der Tumor und die Chemo hat mir einige Beeinträchtigungen gebracht. Neben Polyneuropatie (PNP) hatte ich noch jahrelang mit der Wiedererlangung der Grund-Fähigkeiten Sprechen, Schreiben, Gehen zu tun. Durch meine Therapien (2 x in der Woche Physio, 2 x in der Woche Ergo) ist vieles besser geworden. Circa 5 Jahre lang hatte ich einmal in der Woche Sprachtherapie. Diese habe ich dann beendet, da keine wesentliche Verbesserung mehr möglich war. Anfangs konnte mich nur mein engster Kreis verstehen, ich selbst habe nur blecherne Laute gehört. Zum Ende der Sprachtherapie konnten mich auch andere wieder verstehen und ich traute mich dann auch wieder zu Telefonieren. Da aber auch hierzu die Kraft und Ausdauer fehlt, fällt es mir immer noch sehr schwer. Stark konzentrieren auf das Telefonat muss mich auch. Aber es würde gehen. Verhungern ist auszuschließen und Notfälle kundtun sind auch möglich.

In den Verordnungen für die Therapien steht als Ziel „Erhalt der Selbständigkeit“ und so ist es auch. Ohne Therapien wären Rückschritte in den verschiedenen Disziplinen nicht ausgeschlossen.
Mit meiner Ergotherapeutin unternehme ich, bei trockenem Wetter, kurze 2 – 3 km lange, Spaziergänge und bei Rückkehr nach Hause dann Hirnleistungstraining und motorische Spiele.

An Beeinträchtigungen kommen die Dinge wie wenig Konzentrationszeit, gelegentliche Wortfindungsstörungen, fehlende Ausdauer, motorische Störungen hinzu. Zum Glück kann ich jetzt wieder mit dem PC schreiben (meine Handschrift ist wie 1. Grundschuljahr, eigentlich schlimmer) und Sprache ist auch wieder da. Alles ist jedoch sehr anstrengend.

Lärm- / Schreckempfindlichkeit hat auch, erheblich, nachgelassen. War anfangs auch für mein Umfeld eine Belastung.
Bedingt durch einen Krankenhausaufenthalt meiner Frau traute ich mich dann auch, nach 6 Jahren Pause, wieder Auto zu fahren. Ich wollte ja nicht ständig auf Freunde und Taxi angewiesen sein.

Alles in Allem kann ich nicht klagen, ich habe keine Schmerzen und Medikamente sind auch nicht nötig.
Es gibt weitaus mehr Patienten mit stärkeren chronischen Folgen und Verlusten, auch seelisch. Mit meinen Beeinträchtigungen geht es sehr langsam voran, die Besserung wird hoffentlich so weitergehen. Ich habe ja Zeit, bin nicht auf der Flucht.
Von mir aus kann es so weiter gehen.

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